Darius Milhaud - String Quartets Vol. 2
- Album:
- 22 Tracks, 62:28 min
- Format:
- MP3, 320 kbit/s
- Genre:
- Classical
- Artist:
- Fanny Mendelssohn Quartett
Darius Milhaud - String Quartets Vol. 2
Darius Milhaud - Edition Vol.2
Streichquartett No.3 op. 32 mit Sopran (1916)*
Streichquartett No.4 op. 46 (1918)
Streichquartett No.5 op. 64 (1920)
Machines agricoles op. 56 (1919)*
Catalogue de Fleurs op. 60 (1920)*
für Sopran und 7 Instrumente
* Weltersteinspielung (* World Premiere Recording)
Komponist:
Darius Milhaud (1892-1974)
Interpreten:
Ulrike Sonntag, Sopran
Fanny Mendelssohn Quartett
Irmela Nolte, Flöte
Deborah Marshall, Klarinette
Michael Weigel, Fagott
Renate Eggebrecht, Violine
Stefan Berg, Viola
Friedemann Kupsa, Violoncello
Arpat György, Kontrabaß
Aufnahme:
Januar 1995, Bauer Studios Ludwigsburg
Tonmeister, Adrian von Ripka
Gesamtzeit 62:32
Label-Code 6206
EAN-Code 4014432014104
Pressestimmen / Rezensionen:
Musik und Theater Zürich Nr. 9, Sept.1996
Musik über landwirtschaftliche Maschinen
"Ständig als Skurrilität missverstanden, liegen die Pastoralen Gesänge „Machines agricoles“ op.56 von Darius Milhaud erstmals in einer CD "Brüder von Pflug und Sichel“ (Milhaud), die den Musiker beeindruckten. Letzteres dürfte der Hörer auch von den melodisch und harmonisch Einspielung vor. Das Kuriosum entstand 1919 und ist den Freunden der Komponistengruppe „Les Six“ gewidmet, der Milhaud selber angehörte.
Seine Besonderheit besteht in der Wahl des Textes – er entstammt dem Katalog einer Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen – und in der quasi instrumentalen Behandlung der Singstimme. Ein Begleitensemble unter der Leitung von Linda Horowitz unterstützt die sehr flexible Ulrike Sonntag in ihrem Parcours durch die „großen, farbigen Metallinsekten", die modernen originellen Einfällen in den frühen Streichquartetten sein.
Sie überraschen mit eindringlichem Espressivo und sind dennoch äußerst durchsichtig vorgetragen, mit einer Fülle von Ausdruckshaltungen, die von schlichter Linearität über würzige Bitonalität bis in die Nähe Schönbergs führt." (Walter Labhart)
Fono Forum, 10/1995
Milhaud zwischen 1916 und 1920 – unentdeckte Abenteuer
"„Dank der letzten Verbesserungen sind Grasmähmaschinen robuste und praktische Geräte geworden“ – aus einem Katalog einer landwirtschaftlichen Maschinenausstellung von 1913 stammen die Texte zu Milhauds Vokalzyklus „Landmaschinen“ (1919). Milhaud widmet die sechs Sätze stimmigerweise seinen Freunden von „Les Six“ sowie Jean Cocteau – die Öffentlichkeit allerdings versteht sie als ästhetischen Scherz, was nach Meinung des Komponisten doch ganz in der Tradition jener Komponisten steht, die Ernte, Wein und Landleben besingen.
Und tatsächlich haftet dieser Musik hier nichts Ironisches oder Distanziertes an; vielmehr huldigt sie mit schlichter Eleganz und heiter‑ernsthafter Narürlichkeit der „Schönheit dieser großen, farbigen Metallinsekten“ (Milhaud).
Ulrike Sonntag findet mit unaufdringlichem Charme gerade den richtigen Tonfall für diese Texte; dabei gelingt ihr zweifellos das Kunststück einer glaubwürdig‑eindringlichen Gestaltung jenseits von Pathos, von unfreiwilliger Komik oder pur‑trockener Sachlichkeit – eine gelungene Schallplatteneinspielung eines Werkes, dessen Ästhetik bislang anscheinend musikgeschichtlich nicht recht verstanden wurde.
Auch der 1920 entstandene „Blumenkatalog“ mit seinen vokalen Miniaturen von Webernscher Kürze zeigt schlagartig das wache, durchweg unkonventionelle Bewusstsein eines Komponisten, dem zu Unrecht noch immer der Makel mittelmäßiger Moderne anhängt.
Die 1916, 1918 und 1920 entstandenen Streichquartette Nr.3, 4 und 5 demonstrieren ganz andere, in sich selbst stark kontrastierende Züge von Modernität. Dabei zeigt sich im dritten und im fünften Quartett auch eine sehr deutliche Distanz zur Ästhetik der „Six“; vor allem im Schönberg gewidmeten fünften Streichquartett dokumentiert sich eine äußerst subjektive, polyphon‑poytonale Expressivität, die sich nicht in irgendwelche stilistischen Klischees dieser abenteuerlichen Nachkriegszeit einordnen läßt.
Das Fanny Mendelssohn Quartett wird den reichen Farbspektren und subtilen Rhythmen voll gerecht; Dramaturgie und innerer Atem der Musik teilen sich spontan mit." (Hans Christian von Dadelsen)
The Musical Times, October 1995
"Confronted by such a massive cornucopia of an output as Milhaud’s, one despairs of ever finding the way to its serious core, remaining content with Le boeuf sur le toit and other charming if lightweight pieces.
But now there is little excuse for ignorance, thanks to a splendid new series devoted to the early quartets and vocal works, performed by an excellent German ensemble fully attuned to Milhaud’s style and idiom.
It would seem that he produced many of his finest pieces in these intimate and concentrated forms, as opposed to the monstrous prolixity of the opera Christophe Colomb. All the music in vol.2, reviewed here, was composed during the First World War and its immediate aftermath, paradoxically a time of great ferment and energy in all the arts.
Severe personal loss, the death in action of his friend, the poet Léo Latil, motivated the deeply sombre and elegiac Third Quartet (1916), in which Milhaud’s distinctive bitonal language has begun emerge. The overall dirgelike atmosphere is relieved by the flow of expressive melodic invention and finely textured string sonority, notably the ghostly phrase in violin harmonics in the first movement’s coda.
A restoration of his essentially hedonistic spirits amid the luxuriant surroundings of Rio de Janeiro in 1917-18 is evident in the outer movements of the Fourth Quartet, full of earthy folk melodies and dance rhythms from his native Provence. Yet the war could not be forgotten, reflected in the grim ‘Funèbre’ with its relentless ostinato rhythm, into which beautiful superimposed fourth chords break, like rays of hope.
The cessation of hostilities brought a new impetus to Milhaud’s creativity. In the more abstract Fifth Quartet (1920), the discovery of Schoenberg’s atonalism stimulated a confident expansion of polytonality into massive clouds of stepwise moving contrapuntal energy; if these seem to exist in and for themselves alone, the effect is nevertheless curiously exhilarating.
The remaining works for voice and ensemble – splendidly sung by Ulrike Sonntag, an artist of great presence – turn out to be exquisite miniatures totally at odds with their perversely offputting utilitarian titles and texts, Machines agricoles and Catalogue de fleurs. This CD should not be missed." (Andrew Thomson)
Price incl. VAT
Item details
- Genre
- Classical
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- 19.08.2009
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