ajoutez la trompette
- Album:
- 16 Tracks, 73:01 min
- Format:
- MP3, 320 kbit/s
- Genre:
- Classical
- Artist:
- International Brass
ajoutez la trompette
Veröffentlichung: 01.11.2007
"Hier haben der Basilikaorganist Elmar Lehnen und das Quintett „International Brass“ ein Programm eingespielt, das geschickt die Klanggruppen-Dynamik französischer Orgelsinfonik nutzt. In der 5. Orgelsonate von Alexandre Guilmant und Leon Boellmanns populärer „Suite gothique“ dialogisieren die Blechbläser sinnvoll mit der Orgel, heben polyphone oder melodische Linien hervor oder erweitern den Klang dynamisch, was die Aufnahmetechnik eindrücklich abbildet." (Fono Forum)
Aufnahme: 25. - 27. April 2006
Aufnahmeort: Päpstliche Marienbasilika zu Kevelar (Seifert-Orgel)
Ausführende:
International Brass
Willy Huppertz, Niederlande (Trompete)
Waldemar Jankus, Litauen (Trompete)
Wilhelm Junker, Deutschland (Horn)
Thomas Lindt, Deutschland (Posaune)
Matthew P. Hall, England (Tuba)
Orgel
Elmar Lehnen
Arrangements: alle Arrangements von Wilhelm Junker, International Brass
Label: audite
Aufnahme: Dipl. Tonmeister Ludger Böckenhoff
Bearbeitung: Dipl. Tonmeister Robert Göing
Label Code: 04480
Kritiken:
Josef Schneider (KirchenZeitung für das Bistum Aachen - 62. Jahrgang Nr. 43) 28.10.2007
Hörenswert
Interessante Bearbeitungen
Bearbeitungen begegnet man aus vielerlei Gründen mit Skepsis, weil in einem Falle der ursprüngliche Charakter des Originalwerkes eventuell sogar grotesk verfälscht wird, in einem anderen Falle die eigentliche Absicht des Komponisten nicht einmal erkannt wird – um nur zwei Gründe zu nennen.
Um so erfreulicher ist da dann die Einspielung einer CD mit dem Organisten der Basilika im niederrheinischen Marienwallfahrtsort Kevelaer, Elmar Lehnen, und International Brass, einem exzellenten Blechbläserquintett.
Aufgenommen wurde romantische französische Orgelmusik von vier Komponisten etwa aus der Zeit von 1820 bis 1930: Alexandre Guilmant, Louis Vierne, Leon Boellmann und Louis Lefébure-Wély.
Wilhelm Junker, selbst Kirchenmusiker und Mitglied des Quintetts, bearbeitete die Orgelwerke in sehr sachkundiger Weise und mit viel Einfühlungsvermögen. Eigentlich hat er nichts anderes getan, als Werke entsprechend aufzuteilen und den Blechbläsern Aufgaben zu übertragen, durch die Registrierungen noch plastischer wirken.
Da auch der Organist spürbar hinter diesem Konzept steht, kommt es zu beglückendem Musizieren, an dem interessierte Hörer viel Freude haben werden.
Ein aufschlussreicher Artikel des mit gelieferten Booklets gibt hilfreiche Hinweise zu den Werken, vor allem aber zu den Hintergründen der Bearbeitung. Erfreulich ist, wenn im letzten Absatz zum Ausdruck gebracht wird, dass es aus musikalischer oder historischer Sicht keine Notwendigkeit für diese Bearbeitungen gibt, dass aber alle sechs Musiker dadurch zu einem „lustvollen gemeinsamen Musizieren“ angeregt wurden.
Die CD ist jedenfalls ein Beleg dafür und zugleich eine empfehlenswerte Einmaligkeit in einer guten Aufnahmequalität.
Dominik Axtmann (klassik.com - März 2008) 08.03.2008
Bündelung der Kräfte
Kein anderes Instrument ist so stark wie die Orgel auf den jeweiligen Raum als Resonanzkörper angewiesen, bei keinem anderen Instrument fällt der live-Höreindruck individueller aus und ist damit schwieriger auf eine Scheibe zu bannen. Wie oft schon machte sich Enttäuschung breit, wenn die Kathedral-Orgel im heimischen Wohnzimmer nicht annähernd so klingen wollte wie vor Ort. Hier verspricht das Detmolder Label ‘audite’ Abhilfe und nimmt bereits seit 2003 (!) auch seine Orgel-Neuproduktionen im 24-bit-Mehrkanalsound als SACD auf.
Eine weitere Lücke in der stetig beliebteren Sparte ‘Orgel plus…’ schließt die vorliegende Aufnahme.
Der Untertitel ‘ajoutez la trompette’ ist dabei nur als Orgelregistrierungsanweisung zu deuten, denn gleich fünf Blechbläser der professionellen Formation ‘International Brass’ gesellen sich zu Elmar Lehnen, dem Organisten der Marienbasilika in Kevelaer. Diesem ist offensichtlich die Wahl des Instrumentes geschuldet, das unter Orgelkennern freudige Erwartung hervorrufen dürfte – handelt es sich doch mit ihren 135 Registern sowohl um eine der größten Orgeln in Deutschland überhaupt, als auch um eine der wenigen erhaltenen Großorgeln mit originaler deutsch-romantischer Klangsubstanz. Was wiederum nicht gerade kongenial den eingespielten Arrangements ursprünglich rein solistischer Orgelmusik ausschließlich französisch-romantischer Provenienz entspricht, für das sich natürlich eine Pariser Cavaillé-Coll-Orgel eher empfohlen hätte. Es liegt also nahe, dass die vorliegende Produktion nicht primär für ein Fachpublikum als Referenzaufnahme mit hohem Repertoirewert konzipiert wurde, sondern organophilen Sammlern ebenso wie gänzlich neuen Hörerschichten abseits abgetretener Pfade einfach Hörfreude bereiten soll.
Das entsprechende Potenzial hierfür bietet einerseits die monumentale Orgel, die ihren Mangel an genuin französischen Stimmen mit ihrem unerschöpflichen Reichtum an gleichfalls romantischen Klangfarben mühelos wettmacht. Allein die riesige Palette an unterschiedlichen leisen, grundtönigen Registern bereitet schon größten Genuss, lässt sie doch niemals Langeweile aufkommen, auch wenn die Orgel ‘nur’ begleitet. Beeindruckend die stufenlose Dynamik vom kaum vernehmbaren pianissimo bis hin zum Bass-gesättigten Tutti, das den fünf Bläsern reichlich Atem abverlangt, um mithalten zu können. Vorsicht – nur wenige Lautsprecher sind dem gewachsen!
Die Original-Komponisten, deren Werke vom Hornisten Wilhelm Junker arrangiert wurden, lesen sich zudem wie ein ‘Who is Who’ der einschlägigen Stilistik, auch wenn – glücklicherweise – nicht immer deren Hauptwerke zu Rate gezogen wurden. Erfreulicherweise folgt auch die Bearbeitungsmethode nicht einem gleichbleibenden Muster: so wird das Quintett bei den Orgelsonaten von Felix Alexandre Guilmant und Leon Boellmann sozusagen als lebendiges Register in das Gesamtwerk integriert, während die Stücke von Louis Vierne und Louis-James-Alfred Lefébure-Wély auf das Blechquintett übertragen wurden.
Diese Synthese ist in den allermeisten Fällen vorzüglich gelungen, sowohl kompositorisch durch ständige Abwechslung, Dialoge und Imitationen als auch klanglich in Echos, klugen Registerwechseln und einer insgesamt äußerst fein abgestuften Dynamik. Natürlich spielt der enorme Nachhall seine übliche Doppelrolle: als Freund für einen überwältigenden Raumeffekt, als Feind der Durchhörbarkeit und schneller dynamischer Einschnitte, wobei hier die Nachteile auf Dauer überwiegen. Durch gezielte Einzel-Mikrofonplatzierung und entsprechende Mischung hätte man sicher für mehr Klarheit sorgen können, das audiophile, auf ‘Natürlichkeit’ und ‘Klangtreue’ basierende Klangkonzept allerdings aufgeben müssen – Geschmacksfrage oder Philosophie?
Das international besetzte Bläserquintett spielt ausgesprochen freudig auf, stets in angemessen zügigen Tempi, was zum Teil virtuose Leistungen erfordert, welche bis auf wenige Ausnahmen bemerkenswert eingehalten werden. Nur wenige unnötige intonatorische Schwächen, vorwiegend der Trompeten, die an schwierigeren Stellen auf gleichem Terrain wiederum lupenreine Arbeit leisten, werfen Schatten auf den ansonsten tadellos austarierten, vielfach sehr vokal geführten Bläsersound. Besonders dem stets präsenten Tubaisten muss man ungezolltes Lob zusprechen; nicht oft wird ein Ensemble so beweglich ‘von unten’ geführt. Elmar Lehnens Verdienste als organistisches Gegenüber liegen neben technischer Versiertheit vor allem in der souveränen Beherrschung seiner Rolle als ‘Ein-Mann-Ensemble’, der erwähnten phantasievollen Registrierkunst und perfekten Abstimmung mit der Bläsergruppe.
Der Eindruck einer Pflichtübung entsteht zu keiner Zeit, im Gegenteil: offensichtlicher Spaß und Musizierfreude beherrschen den Eindruck dieser Aufnahme und machen deren Defizite mehr als wett: als Appetithappen allen (künftigen) Orgelfreunden zu empfehlen!
John Sunier (Audiophile Audition - January 2008) 10.01.2008
In addition to wanting to harness the expressivity of a full symphony orchestra on a single keyboard instrument, the sound world of the French Organ School strove to achieve a heightened heroic sound, one epitomized by the French idea of “la gloire.” Among the changes in pipe organ design was the addition of many new stops and registrations to imitate instruments of the orchestra. The trumpet stop - often using pipes thrusting out horizontally from the organ into the sanctuary - was a favorite of French composers of the period. Even better and even more heroic are these ensemble pieces arranged by Wilhelm Junker from the originals of the French Romantic organ school, combining the versatile pipe organ with a brass quintet.
The organ of the papal Basilica of St. Mary in Kevelaer, Germany, is a monumental instrument which has been enlarged to now encompass 135 stops. Organist Lehnen is well acquainted with the French Organ School style, having gained distinction as organist on a Cavaillé-Coll organ at the Schola Cantorum in Paris. The brass quintet has members from Latvia, the Netherlands and the UK as well as Germany, and one of their own members was responsible for the thrilling arrangements. The opening five-movement Sonata by Guilmant is over a half-hour length, and is one of the composer’s eight such organ sonatas. It blends ancient and modern elements, and ends with a grandiose final double fugue. My pick of the disc is Boëllmann’s Gothic Suite, which also harks back to earlier music but avoids liturgical chant or even counterpoint. After an Introduction and Chorale, a minuet and a prayer to Notre Dame, the work ends with an absolutely spectacular audiophile-ecstatic Toccata finale which closes out the musical experience in stunning fashion. The reverberation in the basilica is very extended and well-captured by Audite’s 88K/24bit PCM original surround recording.
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Item details
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- Classical
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- ZIP (159.62 mb)
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- 14.03.2010
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